Das richtige Schwert Drucken
Beitragsseiten
Das richtige Schwert
Schmieden
Alle Seiten


Guide zu Schau- und Freikampfschwertern

Es werden ja immer wieder Fragen zu unseren Schwertern gestellt: "Welche Härte hat die Klinge?", "was muss ich beachten, wenn ich mir ein Schwert kaufe?" etc. Es gib ja auch sehr viele Verkäufer die behaupten gute Freikampfklingen zu verkaufen. Die Argumente sind in etwa diese: "Das Schwert ist handgeschmiedet, gut ausbalanciert und bekommt keine Scharten." etc.

Hinzu kommt, dass es immer wieder Vorurteile und Fehlinformationen über Arbeitsweisen oder Qualitätsmerkmale gibt.

Was ist wirklich wichtig und zu beachten?
Um diese Frage zu beantworten haben wir diesen Guide zusammengestellt.

Eines vorweg: Es gibt nicht "das" Schwert. Waffen für Schau- und Freikämpfe sehr durchdacht und die passende Klingenperformance ist in hohem Maße von den Fähigkeiten der Kämpfer, dem Kapfstil und den persönlichen Vorlieben abhängig. Als Freikämpfer braucht man ein schlichtes Schwert das so leicht wie möglich ist und gut ausbalanciert ist. Ein gutes Schaukampfschwert ist keine Massenware und benötigt Zeit zur Fertigung, aus diesem Grund haben entsprechende Schmieden auch teilweise monatelange Vorlaufzeit.

 

Gültigkeit dieses Guides

In diesem Guide geht es ausschließlich um kampftaugliche Schau- und Freikampfschwerter. Replikschwerter und scharfe Schwerter für Schnitttests oder Messer etc. lassen wir hier außen vor, das ist eine ganz andere Sache. Alle Informationen bezüglich der verwendeten Stähle und deren Eigenschaften sowie zum Gebrauch der Schwerter beziehen sich auf kampftaugliche Schau- und Freikampfschwerter.
Die gegebenen Informationen können sinngemäß auch auf kampftaugliche Schau- und Freikampfdolche und -Messer übertragen werden.

 

Definitionen

  • Schaukampfschwerter: Schwerter der Schaukampfklasse werden z.B. bei Film, Theater und Fernsehen eingesetzt. Sie sind für spektakuläre Kämpfe vor Publikum gedacht und müssen harte Schläge "Klinge auf Klinge" aushalten (ein historisches, echtes Schwert wäre danach zerstört). Schaukampfschwerter haben deshalb eine Schlagkante mit einer Breite von 3,5 - 5 mm.
  • Freikampfschwert: Feikampfschwerter sind schon recht nahe am Sportgerät, dennoch sind Maße und die Optik historisch authentisch und so sind sie hervorragend für schnellen und sicheren Kampf in der historischen Darstellung geeignet. Da mit Freikampfwaffen eher gefochten wird, die Schläge sehr überlegt und gut platziert gesetzt werden, kommt es selten dazu das Klinge auf Klinge geschlagen wird. Es wird auch mit weniger Kraft geschlagen. Dennoch sind die Waffen für den gelegentlich härteren Einsatz brauchbar. Feikampfschwerter haben eine Schlagkante mit einer Breite von 2 - 3 mm.
  • Fechtschwerter: Fechtschwerter stellen eine spezielle Form von Freikampfschwertern dar und können teilweise, wie im Fall von Fechtfedern, kaum noch Ähnlichkeit mit einem authentischen Schwert haben. Es sind extrem leichte und meist fast auf das Parier balancierte Waffen mit einer etwa 1 - 1,5 mm schmalen Schlagkante. Man benutzt sie für die Ausübung historischen Fechtens als reinen Sport.
  • Dekoschwert: Zur Dekoration kann man alle Blankwaffen verwenden aber reine Deko-Schwerter sind ausschließlich als Dekoration gedacht. Sie sind nicht für den Kontakt mit einer andern Klinge oder zur Benutzung gedacht und dürfen keinesfalls dazu benutzt werden.
  • Replikschwert: Replikschwerter sind originalgetreue Kopien von historischen Vorbildern und i.d.R. scharf und spitz.
  • Scharfe Schwerter: Geschliffene, scharfe Schwerter oder auch Repliken (s.o.) werden oft für so genannte Schnitttests verwendet. Dabei werden verschiedene Schnitte geübt: diagonale, horizontale, senkrechte, einhändige oder zweihändige Schnitte. An der Schnittfläche lässt sich die Klingenqualität sowie die Schnitttechnik des Ausübenden erkennen.

 

Theoretisches zum Klingenstahl

Begriffsbestimmungen

  • Die Zähigkeit beschreibt die Widerstandsfähigkeit eines Werkstoffs gegen Bruch oder Rissausbreitung, die Kerbschlagzähigkeit beschreibt die Widerstandsfähigkeit eines Werkstoffs gegen eine schlagartige (dynamische) Beanspruchung.
  • Die Härte ist der mechanische Widerstand, den ein Werkstoff der mechanischen Eindringung eines härteren Prüfkörpers entgegensetzt.
  • Die Elastizität bezeichnet die Eigenschaft von Werkstoffen, reversibel auf eine einwirkende Kraft zu reagieren.
  • Die Festigkeit beschreibt den mechanischen Widerstand, den ein Werkstoff einer plastischen Verformung oder Trennung entgegensetzt.
  • Kaltverfestigung ist die Erhöhung der Versetzungsdichte im Gefüge wodurch die Gleitvorgänge behindert werden. Dies erhöht die Festigkeit.
  • Rockwell ist eine international gebräuchliche Maßeinheit für die Härte technischer Werkstoffe. Das Kürzel besteht aus HR (Hardness Rockwell, Härte nach Rockwell) als Kennzeichnung des Prüfverfahrens gefolgt von einem weiteren Buchstaben, der die Skala und damit die Prüfkräfte und -körper angibt.
    Grundlage des Prüfverfahrens ist die Eindringtiefe eines Prüfkörpers in den Werkstoff. Somit ergeben sich bei weicheren Werkstoffen steigende Eindringtiefen, die dickere Prüflinge erfordern. Um dem entgegenzukommen, sind nach EN ISO 6508-1 elf Skalen mit unterschiedlichen Prüfkräften und -körpern genormt. Diese Skalen tragen die Buchstaben A-H, K, N und T. Die genormte Darstellung besteht aus dem Härtewert, dem Prüfverfahren und der Skale, beispielsweise 65 HRC oder 90 HRH.

 

Schau- und Freikampfschwerter entsprechen vom generellen Aufbau den historischen Originalen. Allerdings haben speziell Schaukampfschwerter sehr hohe mechanische Belastungen auszuhalten, denn beim Einüben einer bestimmten Angriff- / Paradekombination entstehen hohe punktuelle Belastungen. Schläge treffen immer wieder auf die fast gleiche Stelle und bei Paraden mit der Schlagkante findet dabei eine Kaltverfestigung an diesen Stellen statt, welche die Scharten- bzw. Gratbildung zwar mindert, aber die Klinge belastet. In einer richtigen historischen Schlacht oder einem Zweikampf kam so etwas nicht vor, weswegen die Belastung eine Andere war.

Kampftaugliche Schwerter werden zudem hauptsächlich auf Bruchsicherheit hergestellt, weswegen besonders die Kerbschlagzähigkeit wichtig ist.

 

Für moderne Klingen von Schau- bzw. Freikampfschwertern werden heute in der Regel folgende Stähle (Auszug) verwendet:

Federstähle Klassische Kohlenstoffstähle
54SiCr6 (1.7102) Ck 60 (1.1221)
55Si7 (1.5026) Ck 70 (1.1570)
65Si7 (1.5028) Ck 75 (1.1248)
51CrV4 (1.8159) Ck 85 (1.1269)
AISI 5160  
AISI 5160  

(AISI = American Iron and Steel Institute)

 

Federstähle werden für kampftaugliche Schwerter deshalb gern genommen, weil sie von Haus aus schon eine sehr gute Zähigkeit bzw. Kerbschlagzähigkeit mitbringen.

 

Vergütung

Die korrekte Härte für kampftaugliche Schwerter hängt von vielen Faktoren ab, u.a. Einsatzgebiet, Stahlsorte, Klingengeometrie und die Stärke der Schlagkante spielen dabei eine Rolle.
Wichtig dafür ist der Stahl und das korrekte Härteverfahren. Das beim Härten angestrebte Kristallgefüge ist Bainit bzw. ein ein Gemisch aus Martensit und Bainit. Durch dieses Bainitisieren werden Eigenspannungen vermindert und die Kerbschlagzähigkeit und damit auch die Bruchsicherheit erhöht. Nach dem Härten folgt das so genannten Anlassen, oder auch Tempern. Durch dieses Anlassen werden noch vorhandene Spannungen im Material abgebaut, die Härte verringert, aber die Zähigkeit/Kerbschlagzähigkeit noch weiter erhöht. Durch die Kombination dieser beiden Verfahren kann die Klingenhärte sehr genau eingestellt werden. Man erreicht so ein Verhältnis zwischen Elastizität, Zähigkeit/Kerbschlagzähigkeit und Härte die es möglich macht die Klinge, je nach Typus, ohne dauerhaften (irreversiblen) Biegeverzug auf 40 bis sogar 90° zu biegen, die Klinge gleichzeitig aber keine starke Neigung zur Schartenbildung hat.

Zu Beachten: Ein direkter Zusammenhang zwischen der Härte und der Zähigkeit existiert nicht. Man kann aber davon ausgehen, dass Werkstoffe mit geringer Zähigkeit (spröde Werkstoffe) meist höhere Härtewerte haben. Auch die Elastizität hat keinen strengen Bezug zur Härte des Materials.

 

Rostfreie Stähle

Schwerter aus rostfreiem Stahl (z.B. AISI 420A bis 420C) sind für kampftaugliche Schwerter absolut ungeeignet. Sie sind nach entsprechender Vergütung brauchbar - als Küchenmesser, nicht als Schwert. Die Stähle sind extrem hart (>60 HRC) und sehr spröde, somit nicht bruchfest!
Sie eignen sich ausschließlich für Dekoschwerter!

Küchentöpfe sind aus rostfreiem Stahl...

 

Vorurteile und Fehlinformationen

Geschmiedete Klingen sind ein Muss

Schau- bzw. Freikampfschwerter taugen nur dann etwas, wenn sie geschmiedet sind; das hört man immer wieder. Aber stimmt das?
Zum Verständnis: Viele Händler verkaufen geschmiedete Schwerter, aber geschmiedet heißt nicht gleichzeitig handgeschmiedet und selbst das bedeutet nicht, dass die gesamte Klinge geschmiedet ist. Es sind teilweise nur Parierstange oder Knauf geschmiedet bzw. handgeschmiedet.
Historische geschmiedete Klingen verfügten über die beste erreichbare Qualität mit den damals verfügbaren Stählen. Schau- bzw. Freikampfschwerter werden nicht wie scharfe Schwerter aus Schweißverbundwerkstoffen wie Damaststahl hergestellt. Heute werden diese Klingen aus modernem Federbandstahl durch spanende Bearbeitung, z.B. Fräsen oder Schleifen herausgearbeitet und anschließend vergütet (Härten und Anlassen). Federbandstahl wird bei der Herstellung gewalzt. Walzen und Schmieden sind artverwante Massivumformverfahren und sich daher ähnlich. Moderne Stähle sind zudem viel reiner als die damals üblichen Stähle und bringen von Haus aus bereits Materialparameter mit, welche die der damals üblichen Stähle übertreffen.

Ein korrekt geschmiedeter, moderner Flachstahl verfügt nach dem Schmieden über eine nur unmerklich verbesserte Zähigkeit (im 0,X % Bereich) gegenüber dem Ausgangsprodukt, weswegen der Mehraufwand des Schmiedens bei Schau- und Freikampfschwertern faktisch nicht gerechtfertigt und mit einem deutlich höheren Preis verbunden ist. In der Regel werden solch konventionell hergestellte Klingen aber mit geschmiedetem Parier und Knauf ausgestattet.

Geschmiedete Klingen haben aber einen ideelen Wert und einen gewissen Charme; sie sind einfach irgendwie "echter". Einige Schmiede fertigen aus Überzeugung geschmiedete kampftaugliche Schwerter aus Monostahl. Für Damastklingen und historische Repliken ist Schmieden eh unerlässlich. 
Was in diesem Zusammenhang erwähnenswert ist: Gute Schwertschmiede fertigen nach individuellen Wünschen und Anforderungen des Kämpfers und das bis bis ins kleinste Detail.

Der unvermeitliche Preisvergleich:
Konventionelles Freikampfschwert <200 €
Geschmiedetes Freikampfschwert >250 € (das kann bei Sonderanfertigungen und Repliken schnell in die Tausender gehen)

Zu Beachten: Geschmiedet heißt nicht gleichzeitig kampftauglich!

 

Passung der Parierstange ist ein Qualitätsmerkmal

Man hört immer wieder, dass das Parier eine sauber anliegende Passung aufweisen soll. Ist das wirklich wichtig?
Eine sauber anliegendes Parier ist "nice to have" aber nicht zwingend erforderlich. Selbst bei Funden von historischen Schwertern findet man nie wirklich sauber am Klingenspiegel liegende Parierstangen. Ein Parier kann auch ohne sauber am Klingenspiegel anzuliegen fest sitzen und ist unter Vorraussetzung eines festen Sitzes ein rein optisches Kriterium.

 

Je härter die Klinge um so besser

Das hört immer wieder, aber stimmt das?
Die Härte ist für die Klingen von großer Bedeutung. Eine zu weiche Klinge (deutlich weniger als 45 HRC) neigt zur Schartenbildung. Dabei entsteht bei einem Einschlag an den Kanten ein Grat durch die Materialverdrängung.
Laut Definition ist die Härte ist der mechanische Widerstand, den ein Werkstoff der mechanischen Eindringung eines härteren Prüfkörpers entgegensetzt, wohin gegen die Zähigkeit allgemein die Widerstandsfähigkeit eines Werkstoffs gegen Bruch oder Rissausbreitung beschreibt.

Zu Beachten: Ein direkter Zusammenhang zwischen der Härte und der Zähigkeit existiert nicht. Man kann aber davon ausgehen, dass Werkstoffe mit geringer Zähigkeit (spröde Werkstoffe) meist höhere Härtewerte haben. Auch die Elastizität hat keinen strengen Bezug zur Härte des Materials.

Das klingt sehr technisch, bedeutet aber in der Anwendung, platt ausgedrückt nichts anderes als folgendes:
Eine zu harte Klinge (wesentlich härter als 56 HRC) hat ein erhöhtes Bruchrisiko und es können sich beim Kämpfen scharfkantige Splitter lösen, die dann wie Geschosse wirken. Für Schau- und Freikampfschwerter ist mechanisch gesehen ein Kompromiss zwischen Härte und Kerbschlagzähigkeit erforderlich.
Eine sehr harte Klinge (>60 HRC) macht bei geschliffenen scharfen Schwertern und Messern Sinn. Hier wird die Schnitthaltigkeit der Klinge durch die Härte und Zähigkeit an der Schneide begünstigt.

 

Mein Schwert wird mit jedem Schlag besser - die mysteriöse Kaltverfestigung

Bei Schlägen mit der Schlagkante auf eine andere Schlagkante findet eine Kaltverfestigung im Einschlagbereich an beiden Klingen statt. Der Widerstand gegen die plastische Verformung steigt, das Metall verfestigt sich. Dieser Effekt der Festigkeitssteigerung ist einerseits erwünscht, mindert er tatsächlich die weitere Scharten- bzw. Gratbildung an dieser Stelle.

Andererseits: Die eingebrachte Schlagenergie ist nicht einfach weg. Sie erhöht die Versetzungsdichte im Gefüge und somit die Spannung im Metall. Sind keine Gleitprozesse auf Grund blockierter Versetzungen im Metallgefüge mehr möglich kommt es zum Bruch. Es können sich dann beim Kämpfen scharfkantige Splitter lösen, die dann wie Geschosse wirken oder sogar die ganze Klinge kann brechen.

Aus diesem Grund sollten Schau- und Freikampfschwerter je nach Benutzungsgrad von Zeit zu Zeit ersetzt werden.

 

Auswahlkriterien - Das richtige Schwert, worauf sollte man achten

Die wichtigen Eigenschaften

Eine gute Schau- bzw Freikampfklinge muss vier Bedingungen erfüllen (nach Wichtigkeit gestaffelt):

  1. Die richtigen Klingeneigenschaften (Bruchsicherheit, Härte, gute Elastizität),
  2. Führigkeit (Gewicht und Ballance),
  3. die richtige Optik zur Darstellung (historische Authentizität),
  4. der Preis

 

Die richtige Klingenhärte

Die Härte ist für die Klingen von großer Bedeutung. Eine zu weiche Klinge (deutlich weniger als 45 HRC) neigt zur Schartenbildung. Dabei entsteht bei einem Einschlag an den Kanten ein Grat durch die Materialverdrängung. Eine zu harte Klinge (wesentlich härter als 56 HRC) hat ein erhöhtes Bruchrisiko und es können sich scharfkantige Splitter lösen, die dann wie Geschosse wirken.
Eine Rockwellhärte von 45 - 55 HRC ist für Schau- und Freikampfschwertern ein guter Wert, der mechanisch gesehen den besten Kompromiss zwischen Härte und Kerbschlagzähigkeit darstellt. Das entspricht im übrigen auch den historischen Vorbildern (http://de.wikipedia.org/wiki/Ritterschwert).

Ein typisches Armour Class (bestehend aus EN 45 Stahl (Englische Stahlnorm, entspricht etwa unserem 55Si7) hat z.B. eine Härte von 48-52 HRC.

 

Elastizität der KlingeElastizität der Klinge

Bei richtigem Verhältnis zwischen Elastizität, Kerbschlagzähigkeit und Härte die es möglich macht die Klinge, ohne auf mindestens 40° (längere Schwerter mehr) zu biegen, ohne dass dauerhafter (irreversibler) Biegeverzug auftritt.
Schwerter sollten auch nicht zu dünn und zu elastisch sein. Das mindert die Kontrolle über die Klinge und damit die Sicherheit.
Man kann das ganz einfach prüfen, indem man das Schwert mit der flachen Seite z.B. auf und ab wedelt. Dabei sollten kaum bzw. keine (je nach Länge) Biegungen auftreten, die Klinge sollte steif stehen.

 

Gewicht und Ballance

Schaukampfschwerter haben sehr breite Schlagkanten zwischen 3,5 und 5 mm. Sie sind daher sehr schwer und kopflastig. Das Gewicht liegt zwischen 1,4 kg und 2,5 kg und der Balancepunkt bewegt sich ca. zwischen 6 und 17 cm vor dem Parier, je nach Schwerttyp.

Freikampfschwerter sind aufgrund ihrer Einsatzart möglichst leicht und für den Schwertyp passend ausbalanciert. Gute Freikampfschwerter bewegen sich zwischen 850 g - 1,3 kg für Einhandschwerter und bis zu 1,7 kg für 11/2 Händer. Sie sind also deutlich leichter als Schaukampfschwerter! Das Gegengewicht zur Klinge sollte sich gut verteilen. Der Balancepunkt bewegt sich zwischen 0,8 und 8 cm vor dem Parier, je nach Schwerttyp.

Um zu erkennen, ob das Schwert zu einem passt muss man es in die Hand nehmen und leicht schwingen. Es muss sich beim Schwingen anfühlen wie eine Verlängerung des Armes und in vertikaler Stellung nicht zu schwer in der Hand liegen oder zu Kopflastig sein. Händler, die einem das verwähren sind nicht seriös!

 

Parier, Griffhülse und Knauf

Die Angel bildet den Teil der Klinge, der durch die Parierstange und den Griff (Heft) in den Knauf führt. Sie ist der dünnste Teil der Klinge und wird mit dem Knauf befestigt. Daraus folgt, dass Klinge und Angel ein Teil sind, also die Schwerter vom Ort (Spitze) bis zur Angel in einem Stück durchgeschmiedet sein müssen.
Die Klinge wird mit dem Knauf verlötet (hartverlötet), verschmiedet oder vernietet. Der Knauf bildet ein Gegengewicht zur Klinge, welches den Schwerpunkt verlagert und dadurch die Schwertführung vereinfacht. Es ist egal ob der Knauf verlötet, verschmiedet oder vernietet ist, Hauptsache die Teile des Gefäßes (Parier, Griffhülsen und Knauf) sind unlösbar mit einander verbunden, damit eine durch Kampf hervorgerufene Lockerung des Gefäßes unmöglich wird.
Einige Schmiede verschrauben den Knauf, weil diese einfacher herzustellen und deshalb auch billiger ist. Dabei wird i.d.R. ein Stück Rundstahl in der Griffhülse an die Angel angeschweißt. Solange die Schweißung einwandfrei ist, ist das kein Problem. Leider ist das aber oft nicht der Fall und dann kommt es zum Bruch im Griff! Außerdem lösen sich die Schraubverbindungen mit der Zeit, so dass diese immer wieder nachgezogen werden müssen.

Das Heft sollte gut greifbar sein und sich gut führen lassen. Ist das Parier zu lang, kann es Probleme durch Anstoßen am Unterarm geben. Auch dies ist ein Grund, das Schwert vor dem Kauf einmal in die Hand zu nehmen.



 
Copyright © 2018 . Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.
Joomla templates free

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerkärung.

Ich akzeptiere Cookies dieser Webseite.

EU Cookie Directive Module Information