Home ZDS-Wissensportal Theorie & Praxis Die Theorie der Linie 2 (Vorbereitung des Kampfes)
Die Theorie der Linie 2 (Vorbereitung des Kampfes) Drucken


Vorbereitung des Kampfes

 

Abstände

Abstände sind ein leidiges Thema und sollen nun allgemeingültig dargelegt werden. Dabei gilt es die Tiefe einer Linie von der Breite zu unterscheiden.

 

Tiefe

Die Linie rückt immer in Doppelschritten vor, wenn nicht anders befohlen. Das heißt, dass ein Befehl "Ganze Linie, drei Schritte vor - Marsch!" eine dreimalige Bewegung des hinteren und des vorderen Beines nach sich zieht. Das, was uns als Schritt bekannt ist, ist in der Befehlssprache ein Halbschritt. Geschuldet ist dies der Ausgangsstellung des Kämpfers. Um nach einer Marschbewegung wieder in derselben Ausgangsstellung zu stehen, ist es nicht möglich eine ungerade Anzahl von Halbschritten auszuführen. Man müsste also immer in geraden Schrittzahlen auf den Gegner zugehen.
Daher gilt: Ein Schritt für die Linie ist ein Doppelschritt für die Beine!

Schritte (Doppelschritttechnik) (1)

Aus der Grundstellung heraus wird "normal" gegangen, die Bewegung endet jedoch immer wieder in der Grundstellung, so dass faktisch zwei Schritte, beginnend mit dem hinteren Fuß gemacht werden.

 

Gesicherte Halbschritte (2)

Gesicherte Halbschritte werden verwendet wenn man langsam aber druckvoll nach vorn geht. Hierbei werden faktisch zwei Schritte mit halber Schrittlänge, beginnend mit dem vorderen Fuß gemacht.

 

Seitenschritte nach rechts (3)

Hierbei wird jeweils ein Halbschritt, beginnend mit dem rechten hinteren Fuß nach rechts gemacht. Die Bewegung endet immer wieder in der Grundstellung.
Merke: Bei einem Schritt zur Seite beginnt man mit dem Fuß In dessen Richtung man gegen will.

 

Seitenschritte nach links (4)

Hierbei wird jeweils ein Halbschritt, beginnend mit dem linken vorderen Fuß nach links gemacht. Die Bewegung endet immer wieder in der Grundstellung.
Merke: Bei einem Schritt zur Seite beginnt man mit dem Fuß In dessen Richtung man gegen will.

 

  • Tiefe in der Linie
    Die Distanzkämpfer/Langwaffenkämpfer stehen einen Halbschritt hinter der ersten Reihe, gebildet aus Nahkämpfern. Linienkommandant und Reserve wiederum stehen deutlich hinter den Nah- und Distanzkämpfern auf einem Abstand zur Linie, der Mittelmaß aus weit-genug-für-einen-Überblick und nah-genug-dran-um-schnell-eingreifen-zu-können bildet. Läufer sind, wenn sie als Läufer aktiv sind, von den Tiefenregelungen ausgenommen.
  • Tiefe zum Gegner
    Rückt die Linie auf den Gegner zu, ergeben sich neben "ganz weit weg" drei maßgebliche Abstände, in denen sich die Linie befinden kann:
  1. Der Drohabstand (die Linie befindet sich so nah am Gegner, dass dieser seine Formation nicht mehr ändern kann ohne ein erhebliches Risiko einzugehen),
  2. der Distanzwaffenabstand (die Distanzwaffen könne arbeiten, die Nahkampfwaffen nur abwehren) und
  3. der Nahkampfabstand (Nahkampfwaffen können arbeiten, Distanzwaffen sind bereits in ihrer Arbeit beschränkt).

 

Breite

Die Breite der Linie kennt drei Aufstellungsregelungen.
Die Ausrichtung der Linie erfolgt immer nach dem letzten Mann rechts außen. Der linke Nachbar orientiert sich dabei immer an seinem direkten rechten Nachbarn und stellt sich entsprechend zu einer geraden Reihe auf. Auch in den Abständen achtet immer der linke Kämpfer darauf, bei einem Wechsel des Abstandes, zu seinem rechten Nachbarn den richtigen neuen Abstand einzunehmen.

 

Geschlossene Formation (1)

Die geschlossene Formation stellt die Grundaufstellung einer Linie vor dem Kampf dar.
Der Abstand zum rechten Nachbarn sollte so gewählt werden, dass man diesen mit dem Ellenbogen geradeso nicht mehr berühren kann. Dies ermöglicht einen optimalen Einsatz der eigenen Waffen bei gleichzeitig idealer Deckung der eigenen Körperflanken durch die Nachbarn. Auch für Langwaffen ergibt sich so die Möglichkeit zwischen zwei Kämpfern aktiv zu werden. Sollten Kämpfer aus der Linie ausfallen, können so auch nonverbal durch Anstoßen oder Ziehen den Nachbarn wichtige Veränderungen klar gemacht werden.

 

Offene Formation (2)

In der offenen Formation beträgt der Abstand zum rechten Nachbarn die Länge des ausgestreckten rechten Armes. Auch hier sollte geradeso keine Berührung mehr möglich sein. Die offene Formation wird oft dann gewählt, wenn man kurzfristig einen Überhang gegenüber der gegnerischen Linie erzeugen will, oder wenn so viele eigene Kämpfer ausgefallen sind, dass die Linie sich vor umlaufen werden nur noch durch eine breitere Aufstellung der Kämpfer schützen kann. Es handelt sich also in vielen Fällen um einen letzten Versuch die Integrität der Linie auch mit wenigen Kämpfern aufrecht zu erhalten. Dem Linienkommandanten muss klar sein, dass seine Linie in dieser Formation einem geschlossen stehenden Gegner nicht lange wird standhalten können, da die Flanken der einzelnen Kämpfer offenbart werden. Fällt nun ein Kämpfer aus, ist die Lücke in der eigenen Linie bereits zwei Mann breit.

 

Schildwall (3, Vorderansicht)

Im Schildwall stehen alle Kämpfer so nah an ihren Nachbarn, dass sich die Schilde mindestens berühren, gegebenenfalls sogar leicht überlappen. Diese Formation wird gewählt, wenn es gilt einen rein durch Massenwirkung drängenden Gegner aufzuhalten. Generell ist aber eine derart enge Aufstellung nur selten zu empfehlen, da die eigenen Möglichkeiten einer effektiven Kampfweise stark beeinträchtigt werden.

 


 


Taktik

 

Es gibt sicher viele verschiedene Taktiken, mit denen eine Linie den Erfolg auf dem Schlachtfeld suchen kann. Nur die gängigsten Taktiken sollen hier vorgestellt und kurz besprochen werden. Über diese hinaus liegt es in der Erfahrung und in der Flexibilität des Linienkammandanten und an der vorhandenen Hardware an Kämpfern, welche fortführenden Taktiken man ausprobiert und anwendet.

Generell gilt es zu beachten, dass Kämpfe oft an Flanken und ungeschützten Seiten gewonnen werden, nicht im Zentrum, wo sich die Kämpfer mit zugewendeten Schilden gegenüber stehen. Als Flanke und ungeschützte Seite zählt auch ein Bogen in der Linie.

Merke: Überall, wo von der geraden Linie abgewichen wird, entsteht Potential, sowohl negativ als auch positiv!

Linie

In der Linie treten die Kämpfer in gerader Formation gegeneinander an und versuchen die gegnerischen Linie auszudünnen oder durch Schwachstellen durchzubrechen und so den Gegner zu vernichten. Sind beide Linien über längere Zeit gleich stark, wird der Überhang der Rechtshänder in der Regel dafür sorgen, dass sich beide Linien gegen den Uhrzeigersinn miteinander drehen. Die Entscheidung fällt meist auf einer der beiden Flanken.

 

Linie mit Überhang

Wie bei der Linie stehen sich auch hier Linien gegenüber. Unterschied: Es wird versucht durch eine Verlagerung des Kampfgewichts (gute Kämpfer, Distanzwaffen) auf eine der beiden Flanken die gegnerische Flanke umzudrücken und so den Sieg zu erzwingen. Der Vorteil ist zugleich der Nachteil, denn was an auf einer Flanke mehr hat, fehlt auf der anderen. Ist die starke Flanke nicht schnell genug, wird die schwache Flanke einbrechen und aus Vorteil wird Nachteil. Die Niederlage ist abzusehen.

 

 

Eberkopf/Schweineschnauze

Im Idealfall rückt eine Linie bis nah an den Gegner heran und bildet in leichtem Laufschritt kurz vor dem Zusammentreffen eine Keilformation, die die gegnerische Linie aufsprengt. Gelingt dies, liegt es vor allem an den nachrückenden Kämpfern die Schlacht durch den kurz gewonnen Vorteil der Unruhe zu gewinnen. Man sollte sich klar vor Augen halten, dass der Eberkopf selbst oft als Hardware für den folgenden Kampf ausfällt. Der Gegner muss sich aber mit den durchgebrochenen Kämpfern in seinem Rücken beschäftigen und sich diesen teilweise zuwenden. Die reguläre Linie sollte diesen Moment nutzen und den Gegner aufrollen. Das sich der Eberkopf den schwächsten Kämpfer auf der Gegenseite als Ziel aussucht ist fies, aber sinnvoll.

 

Hängendes Zentrum

Basierend auf der Idee, dass es schön sein kann den Gegner mit den Flanken einzudrücken, ist es möglich beide Flanken weiter vorne zu positionieren als das Zentrum. Dadurch ist der Gegner, wenn er überall den Kontakt sucht, gezwungen sich in einen Bogen zu begeben, in dem er ab Start schlecht dasteht, da seine Flanken bereits beim Zusammentreffen nach hinten gedrückt sind. Die Gefahr besteht darin, dass das Zentrum dem Druck nicht standhalten kann und so schnell eine ungewollte Linienteilung entsteht, die rasch zur Niederlage führt wenn die Unterkommandos nicht gut arbeiten.

 

Linienteilung

Die Linie marschiert geschlossen auf den Gegner zu und teilt sich kurz vorher in zwei große Flanken. Klappt alles nach Plan, kann man den Gegner falten und zusammendrängen. Am besten geht dies, wenn man die Reserve in dem Moment in die mittig entstehende Lücke schickt. Gelingt dies nicht, wird der Gegner nicht zusammengedrückt, sondern kann seine Linie halten, hat man ihm in der Mitte die Einladung zum Sprengen der eigenen Linie auf dem Tablett serviert. Wenn jetzt nicht beide Teillinien über sehr gute Unterkommandos verfügen, ist die Schlacht so gut wie verloren.

 

GaU

Das größte anzunehmende Unglück führen wir hier als einzelnen Punkt auf, da es unserer Meinung nach unerlässlich ist, von Anfang an in jeder Taktik und jeder Formation davon auszugehen, dass alles schief gehen wird. Überraschenderweise wird man feststellen, dass dieser Fall weitaus häufiger eintritt, als der Fall, dass alle Pläne funktionieren. Macht man sich diesen Umstand aber bewusst, wird man nicht mehr von ihm überrascht und kann entsprechend reagieren. Daher ist es – es sei betont - wichtig, dass jeder Kämpfer weiß, was von ihm erwartet wird, dass sich die Sektionen intern beim Namen kennen, klar ist, wer welche Fähigkeiten besitzt und wer mit wem, wie gut zusammenarbeiten kann. Hört auf eure Unterkommandanten und hört auf den Linienkommandanten! Wenn man sich in der Linie befindet, ist nicht die Zeit für private Gespräche, dafür gibt es Pausen. In der Linie muss jeder voll konzentriert sein und für sich den Überblick bewahren. Auch wenn man kein Unterkommando führt, kann man dennoch Beobachtungen melden, motivieren, kommunizieren! Auch wenn das Linienkommando oder die Unterkommandos ausfallen, muss klar sein, wer die Sache in die Hand nimmt. Wer das nicht tut, verliert! Wenn man gewonnen hat und anderswo noch gekämpft wird, muss man sich neu orientieren und nicht erste Gespräche beginnen. Es ist schwer genug eine Schlacht zu gewinnen und dabei noch professionell auszusehen, sind aber nicht alle voll bei der Sache, wird man verlieren.

 
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