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Kampfregeln

 

Vorbemerkung

Die Anwendung dieses Regelwerks sowie die Teilnahme an Kämpfen erfolgt stets auf eigenes Risiko. Bei der Auslegung der nachfolgenden Regeln sollte gesunder Menschenverstand und sportliche Fairness zu Grunde liegen.
Es wird empfohlen, dass jeder Kämpfer über eine entsprechende Haftpflichtversicherung verfügt (Achtung: Nicht jede Haftpflichtversicherung deckt unseren Sport ab). Darüber hinaus raten wir zu einem weiteren Versicherungsschutz (Unfallversicherung/Krankenzusatzversicherung).

 

§1 Feldregeln (diese gelten für alle Personen, die den Kampfbereich betreten)

  1. Anordnungen der Marschälle muss jederzeit Folge geleistet werden.
  2. Niemand darf den Kampfbereich betreten, solange er unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen steht. Dazu gehören auch Medikamente, die das Bewusstsein, die Wachsamkeit oder die Wahrnehmung des eigenen Verhaltens im Kampfbereich beeinträchtigen können.
  3. Alle Probleme/Verletzungen müssen einem Marschall gemeldet werden.
  4. Unter gar keinen Umständen dürfen irgendwelche scharfen Gegenstände in den Kampfbereich gebracht werden, es sei denn, diese werden von einem Sanitäter ausdrücklich angefordert.
  5. Rauchen, Kaugummikauen und Essen sind im Kampfbereich während einer öffentlichen Vorführung nicht gestattet.

§2 Marschälle

  1. Marschälle sind unbewaffnet, haben aber einen Stab um Kombattanten trennen zu können.
  2. Marschälle tragen eine orangefarbene Armbinde und ein orangefarbenes Fähnchen am Stab und sind dadurch als Marschälle zu erkennen.
  3. Marschälle haben die Befugnis, alle Personen, die das ZDS-Regelwerk beharrlich missachten, des Feldes zu verweisen.
  4. Die Marschälle müssen alle Waffen als für den Kampf zulässig genehmigen.

§3 Kampfregeln (diese gelten für alle Kämpfer)

A. Allgemeines zu den Kämpfern

  1. Alle Gruppen sind dafür verantwortlich sicherzustellen, dass ihre Mitglieder ausreichend ausgebildet sind, um am Gefecht mit den Waffen, in denen sie geübt sind (Eigenverantwortung der Kämpfer), teilzunehmen.
  2. Kämpfer, die aus irgendeinem Grund aggressiv oder erregt sind, sollten den Kampfbereich unverzüglich verlassen.
  3. Beim Kampf muss ein angemessen starker Hand- und Kopfschutz getragen werden. Wer keinen entsprechenden Schutz trägt, darf nicht kämpfen.
    Ausnahme: Falls die historische Darstellung einen entsprechenden Hand- bzw. Kopfschutz zwingend ausschließt, kann ohne Hand- bzw. Kopfschutz gekämpft werden (dies obliegt der Eigenverantwortung der Kämpfer). Es gilt dann ausschließlich Trefferzone C, Kopfschläge sind grundsätzlich verboten. Weiterhin besteht im konkreten Fall die Möglichkeit, dass ein begründeter Ausschluss vom Kampf durch den Marschall erfolgen kann.
  4. Alle Kämpfer müssen über 16 Jahre alt sein. Mitglieder unter 18 Jahren dürfen nur dann am Kampf teilnehmen, wenn eine schriftliche Genehmigung der Eltern oder Erziehungsberechtigten vorliegt.
  5. Nicht-Kämpfer wie Marschälle und Wasserträger dürfen nicht in den Kampf auf dem Feld verwickelt werden, sofern dies nicht anders abgesprochen wurde.
  6. Wenn ein Gegner nicht kämpfen möchte, ist sein Wunsch zu respektieren und ein anderer Gegner auszusuchen.
  7. Anfänger oder Mitglieder, die vorher noch nicht an einem Gefecht teilgenommen haben, sollten eine gelbe Armbinde tragen, damit die anderen wissen, dass sie sie vorsichtiger behandeln sollten. Sie sollten außerdem unter der Obhut eines erfahrenen Kämpfers stehen.

B. Allgemeines zu Waffen und Sicherheit

  1. Die Marschälle müssen alle Waffen als für den Kampf zulässig genehmigt haben. Die Waffen müssen sauber und frei von Rost und herausstehenden Graten sein. Waffen dürfen nicht in die Erde gesteckt werden.
  2. Zur Sicherheit sollten alle Waffen eine Schnittkante von mindestens 2 mm aufweisen. Die Spitzen müssen abgerundet sein. Als Anhaltspunkt gilt: Die Spitze eines Schwertes oder Dolches sollte in etwa so abgerundet sein, wie die Rundung des Daumens, oder eines 1‑Cent Stückes, die Spitze eines Speeres eher mehr.
    Generell gilt: im Zweifel entscheidet der Marschall über die Sicherheit der Waffe.
  3. Waffen mit Haken dürfen nicht benutzt werden, um einen Kämpfer mit seinem Körper oder seiner Rüstung festzuhaken.
  4. Dreschflegel, Kettenwaffen oder ähnliche nicht kontrollierbare Waffen sind verboten.
  5. Feuerwaffen sowie jede Art von Pyrotechnik sind im freien Kampf verboten. Allerdings können solche Waffen (z.B. Kanonen oder Musketen) in einer Zeit-der-Schwerter-Vorführung integriert und zugelassen werden. Eine entsprechende Sicherheitszone, die nicht betreten werden darf,  ist einzurichten. Feuerwaffenbediener dürfen nicht angegriffen werden.
  6. Ringkämpfe und Handgemenge sind nur nach vorheriger Absprache der Teilnehmer und Marschälle erlaubt.

C. Trefferzonen / Waffengebrauch>

  1. Alle Treffer innerhalb den in den Abbildungen grün gekennzeichneten Bereichen werden gewertet.
  2. Die in den Abbildungen rot gekennzeichneten Bereiche dürfen generell nicht aktiv angegriffen werden.
  3. Kopfschläge (Hiebe auf den Kopf) sind verboten.
    Ausnahme: Sie können von sehr erfahrenen Kämpfern (und den Marschällen) vor einem Kampf abgesprochen werden (dies obliegt der Eigenverantwortung der Kämpfer und ist nur mit entsprechendem Kopfschutz erlaubt).
  4. Stöße (Stiche) in Richtung Kopf, Gesicht oder Nacken sind generell verboten.
  5. Stöße (Stiche) mit dem Schwert sind verboten.
    Ausnahme: Sie können von sehr erfahrenen Kämpfern (und den Marschällen) vor einem Kampf abgesprochen werden (dies obliegt der Eigenverantwortung der Kämpfer und ist nur mit entsprechender Schutzkleidung erlaubt).
  6. Absichtliche Schläge auf die Hände sind verboten; Schläge, die Hände und Handgelenke berühren zählen nicht als Treffer, es sei denn, die Hand wurde absichtlich zum Abblocken eines Schlages eingesetzt.
  7. Absichtliche Schläge gegen die Füße sind verboten; Schläge, die Füße oder Fußgelenke berühren, zählen nicht als Treffer.

Bild 1:
Trefferzone A
Hiebwaffen / Beschuss

Bild 2:
Trefferzone B
Schwert Stiche

Bild 3:
Trefferzone C
Stabwaffen / Stangenwaffen

Schwert, Axt, Dolch, usw.
  1. Alle Schläge (Hiebe) müssen innerhalb der Trefferzone A (Bild 1) liegen.
  2. Alle Stöße (Stiche) müssen innerhalb der Trefferzone B (Bild 2) liegen (nur nach Absprache und mit entsprechendem Schutz).
  3. Alle Stöße (Stiche) müssen mit der Handfläche nach unten ausgeführt werden.
  4. Treffer auf Ellenbogen- oder Kniegelenke etc. werden gewertet, Gelenke sollten jedoch grundsätzlich von den Kämpfern geschont werden.
  5. Bei Schlägen in Richtung Kopf (nur nach Absprache und mit entsprechendem Kopfschutz) ist die Kopfmitte das Ziel. Schläge dürfen nur senkrecht von oben, aber nicht von der Seite treffen, weil das schwere Erschütterungen zur Folge haben kann. Ein Treffer mit der flachen Seite der Waffe ist erstrebenswert.
Stabwaffen / Stangenwaffen
  1. Alle Stöße (Stiche) müssen innerhalb der Trefferzone C (Bild 3) liegen.
  2. Stabwaffen müssen stets mit beiden Händen geführt werden. Die Handfläche der führenden (vorderen) Hand muss nach unten weisen. Stabwaffen dürfen nicht durch die vordere Hand gleiten, während man auf einen Gegner zustößt. Die hintere Hand darf nicht das obere Ende der Stange sperren/blockieren, so dass ein Durchrutschen durch beide Hände gewährleistet ist.
  3. Beiwaffen (Dolche) in zweiter Hand bei Gebrauch von Stangenwaffen als Hauptwaffe sind erlaubt. Voraussetzung ist, dass Haupt- und Beiwaffe sicher geführt werden können.
  4. Bei Einhandgeren gilt unter Vorbehalt (wird derzeit erprobt): Alle Stöße (Stiche) müssen innerhalb der Trefferzone B (Bild 2) liegen.
Bogen- und Armbrustschießen
  1. Bögen sollten nicht stärker als 40 Pfund und Armbrüste nicht stärker als 70 Pfund sein.
  2. Schützen, die Hartgummispitzen benutzen, haben einen Abschusswinkel von mindestens 45 Grad zu beachten oder, wenn das Feld klein ist, einen ausreichenden Winkel um weit über Kopfhöhe zu liegen, es sei denn, dies ist anders abgesprochen.
  3. Nur Schützen die weiche, gepolsterte Spitzen verwenden dürfen direkt auf den Gegner schießen, es gilt die Trefferzone A (Bild 1).
  4. Alle Pfeile/Bolzen müssen Polster- oder Gummispitzen aufweisen und müssen von einem Marschall geprüft und genehmigt sein.
  5. Alle Schüsse müssen stets vom Publikum weg gezielt werden.

D. Treffer

  1. Der Waffengebrauch muss kontrolliert erfolgen, wobei die Schläge (Hiebe) und Schnitte so weit zurückgehalten werden, dass sie keine Schmerzen oder Verletzungen verursachen.
  2. Als Treffer zählt jeder Hieb oder Schnitt auf einen Kämpfer innerhalb der entsprechenden Trefferzone.
    Es sollen nur Treffer gewertet werden, die korrekt ausgeführt wurden. Abpraller, Streifschüsse, „Nachtreffer“ aus zuvor geblockten / parierten Angriffen, sowie „gerade mal Berührungen“ zählen nicht als Treffer.
  3. Sofern nicht anders abgesprochen, hat jeder Kämpfer eine Grundzahl von 3 Trefferpunkten. Kämpfer in Kettenhemden können einen zusätzlichen und Kämpfer in Plattenrüstung können 2 zusätzliche Trefferpunkte bekommen.
  4. Ein Treffer von einem Pfeil nimmt statt des üblichen 1 Punktes 2 Trefferpunkte weg.
  5. Sofern nicht anders abgesprochen gilt: wer getötet wurde entferne sich aus der Linie und warte, bis ein neuer Durchgang angefochten wird. Oder man suche sich einen anderen Gegner zum Kämpfen, oder mache eine Pause und trinke etwas Wasser.

§4 Empfehlungen

Es wird empfohlen, dass die Kämpfer sich über die Mindestanforderungen der Regeln hinaus mit modernen Ellenbogenpolstern, Kniepolstern, Leistenschützern für Männer und Brustschützern für Frauen schützen, die unter der Oberbekleidung der Kämpfer verdeckt getragen werden können, sofern diese Bereiche nicht schon durch Rüstungen geschützt sind. Weiterhin wird empfohlen, dass alle Kämpfer einen wattierten Gambeson tragen.

Version 2.1
Stand 16. Juni 2014

 
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