Allgemeines

Bevor wir uns mit der Linie als Schlachtformation befassen, muss uns zunächst kurz klar werden, wofür wir die Linie brauchen. Wenn wir die grundlegenden Vorteile einer funktionierenden Linienarbeit verstanden haben, ist es uns möglich jederzeit im Kampf zu den wesentlichen Ideen (basics) der Linie zurückzukehren und so in der Schlacht zu bestehen.

Die Linie stellt in erster Linie eine geschlossene Formation an Kämpfern da, die dem Gegner in breiter Front entgegentritt. Jeder Kämpfer der Linie begegnet dem Gegner also nicht alleine, sondern stets mit mindestens einem (Flanke), in der Regel zwei Mitkämpfern. Dabei ist es möglich sowohl in der Offensive als auch in der Defensive effektiv zusammenzuarbeiten und dadurch die Chancen auf den eigenen Erfolg und damit auf den Erfolg der Sektion bzw. der gesamten Linie drastisch zu erhöhen. In einer Linie werden körperliche und aufgrund der Bewaffnung entstehende Unterschiede aufgefangen und regelrecht eingeebnet, da nicht mehr der einzelne Kämpfer zählt, sondern die Gruppe. Eine aufeinander angestimmte Linie, in der die Kämpfer wissen, was sie tun, und wissen, was ihre Nachbarn tun – kurz: jeder seinen Platz und seine Aufgabe kennt -, kann einem physisch überlegenen aber ungeordnet und lose kämpfenden Feind nicht nur das Wasser reichen, sondern diesen klar besiegen.

Um die effektive Kampfleistung der Linie zu gewähren und zu einem hohen Level zu steigern, ist es unumgänglich sich die Dynamik einer solchen Formation, ihren Aufbau und das Geschehen im, aber vor allem auch vor und nach dem Kampf zu analysieren und zu guter Letzt sich einem vereinheitlichten Befehlssystem zu unterwerfen. Dies soll schrittweise im Folgenden dargelegt werden.

Genereller Aufbau einer Linie in Schlachtformation

Jede Linie besteht zu einem Großteil aus Schwert- und anderen Nahkämpfern (N) und davon zu unterscheidenden Ger- und andere Distanzkämpfer/lLangwaffenkämpfer (D). In der Regel – dies wird später wieder aufgegriffen – gibt es darüber hinaus Kämpfer (bevorzug Distanzkämpfer), die die Funktion eines Unterkommandos (U) ausüben. Zu guter Letzt gibt es noch das Kommando (K) der Linie, das idealerweise nicht in die eigentlichen Kampfhandlungen involviert, trotzdem aber bewaffnet ist. Fernkämpfer (F) gibt es nicht regelmäßig auf Schlachtfeldern, daher werden sie in die folgenden Ausführungen nicht explizit einbezogen.

Darüber hinaus gilt es jede Linie in Sektionen einzuteilen, die je nach Größe der Linie variieren oder teilweise sogar ersatzlos ausfallen können. Im Folgenden soll eine große Linie zunächst erklärt, dann schrittweise verkleinert werden, um die Veränderungen aufzuzeigen. Zur Erinnerung, die Unterkommandos sollten nach Möglichkeit aus den Distanzkämpfern rekrutiert werden.

Beispiele:

Große Linie (35+ Kämpfer; 28 (N), 6 (U/D), 1 (K))
Pfeil = Richtung gegen den Feind.

Große Linie

In der Mitte der Linie steht das Zentrum, es besteht hier aus 10 Kämpfern, von denen 2 Unterkommandos jeweils 4 Mitkämpfer lenken. Rechts und links davon schließen sich die Rechte Flanke und die Linke Flanke mit je 5 Kämpfern an, die optisch nahtlos in das Zentrum übergehen, aber jeweils ein eigenes Unterkommando haben. Die äußersten Enden der Linie bilden der Rechte und Linke Flankenschutz, auch hier, jeweils mit eigenem Unterkommando. Hinter der eigentlichen Linie steht eine direkt dem Linienkommandanten unterstellte Reserve, die sowohl zum Angriff (siehe Läufer) als auch zur schnellen Verteidigung eingesetzt werden kann. Der Kommandant sollte sich aus den Kampfhandlungen so lange wie möglich heraushalten.

Mittlere Linie (19+ Kämpfer; 14 (N), 4 (U/D), 1 (K))
Pfeil = Richtung gegen den Feind.

Mittlere Linie

Kleine Linie (12+ Kämpfer; 8 (N), 3 (U/D), 1 (K))
Pfeil = Richtung gegen den Feind.

Kleine Linie

Die Kleine Linie stellt eine reduzierte Variante der Mittleren Linie dar, kommt aber ohne Reserve aus. Der Grund liegt darin, dass oftmals dann, wenn die Reserve nötig werden würde, bei einer so geringen Anzahl Kämpfer bereits alles so schnell zu Ende geht, dass ein rechtzeitiges Einsetzen der Reserve nicht mehr erfolgen kann. Auch ist klar abzuwägen, ob es taktisch klug ist, die Linie zu Gunsten einer Reserve auszudünnen, da eventuell erst das Ausdünnen ein Eingreifen der Reserve überhaupt nötig macht.

Kleinst-Linie (unter 12 Kämpfer)
Pfeil = Richtung gegen den Feind.

Kleinst-Linie

Sollte die Kämpferzahl noch unter die Marke 12 fallen, ist ernsthaft in Betracht zu ziehen, die Linie von ihren Sektionen zu befreien und eine durchgehende Linie zu bilden. Die äußeren Kämpfer müssen ob ihrer Aufgabe als Flanke und Flankenschutz instruiert werden und etwas freier agieren als das Zentrum. Das Kommando sucht sich 2 Unterkommandos in der Linie, denen es direkt befehlen kann.

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